Dachrinne montieren: So können Sie eine Regenrinne selbst befestigen

Sie bauen eine Terrassenüberdachung, eine Veranda oder einen Carport selber? Bevor Sie sich an daran machen, das Dach einzudecken, müssen Sie eine Dachrinne montieren, damit Regen- und Schmelzwasser kontrolliert abfließen können. Welche Regenrinnen sich für Ihr DIY-Projekt am besten eignen und wie Sie eine Kasten-Dachrinne anbringen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Dachrinne selbst montieren – welches Material ist das richtige?

Beim Material von Dachrinnen haben Sie die Qual der Wahl. Das Angebot reicht von Regenrinnen aus Kunststoff über Titan-Zink und Alu bis hin zu Edelstahl und Kupfer. Doch nicht alle Materialien sind dafür geeignet, wenn Sie eigens Hand anlegen und selbst die Dachrinne montieren wollen. 

Welches Material für Ihr Projekt das passende ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

• Optik

• Preis

• Einsatzbereich

• Umwelteinflüsse

• Verarbeitung

Natürlich sollte die Regenrinne optisch zum Dach und der Fassade passen. Auch der Einsatzbereich ist entscheidend: Die Regenrinne eines Mehrfamilienhauses muss mehr aushalten als etwa die Dachrinne eines kleinen Gartenhäuschens. Darüber hinaus reagieren Materialien unterschiedlich auf verschiedene Witterungsbedingungen – in Küstennähe herrschen andere Umwelteinflüsse vor als in den Alpen und sollten mitbedacht werden. Und nicht zuletzt spielen der Preis und die Verarbeitung des Materials eine entscheidende Rolle – vor allem, wenn Sie die Dachrinne selbst anbringen wollen. 

Die verschiedenen Materialien: Vor- und Nachteile

Weit verbreitet ist der Einsatz von Titan-Zink für Dachrinnen. Neben einer langen Lebensdauer, hoher Widerstandsfähigkeit und geringem Reparaturbedarf, ist der Baustoff gut recyclebar und dadurch besonders nachhaltig. Der Kostenfaktor liegt im mittleren Bereich. Wer eine Titan-Zink-Dachrinne montieren möchte, macht dies entweder im Weichlötverfahren oder durch Kleben mit Vernieten. Die Verarbeitung ist für Laien durchaus anspruchsvoll, weshalb sie im DIY-Bereich kaum zum Einsatz kommen. 

Als optisch besonders reizvoll und hochwertig gelten Regenrinnen aus Kupfer oder Edelstahl. Beide Materialien weisen eine lange Haltbarkeit auf, sind witterungsbeständig und extrem belastbar. Allerdings sind sie preislich höher anzusetzen als andere Baustoffe und in der Montage wesentlich aufwändiger. Daher sind sie für Hobby-Handwerker nicht zu empfehlen. 

Dachrinnen aus Kunststoff oder PVC sind hingegen nicht nur kostengünstig, sondern auch leicht zu verarbeiten oder zu reparieren. Daher eignen sie sich besonders gut für Heimwerker-Projekte, da einfache Stecksysteme es besonders leicht machen, eine Dachrinne selber anzubringen. Darüber hinaus sind sie in verschiedenen Farben erhältlich, schwer entflammbar und korrosionsfrei. Ein Nachteil besteht allerdings in der kurzen Lebensdauer: nach zehn bis fünfzehn Jahren müssen Kunststoff-Regenrinnen ausgetauscht werden. 

Ebenfalls gut geeignet für DIY-Projekte sind Dachrinnen aus Alu. Preislich liegen sie zwar höher als Kunststoff-Dachrinnen, dafür weisen sie eine deutlich längere Lebensdauer auf. Ihre Vorteile liegen nicht zuletzt darin, dass sie vollständig korrosionsfest und sehr leicht sind. Zudem können sie durch eine Pulverbeschichtung in verschiedenen Farbtönen hergestellt werden. Um eine Alu-Dachrinne zu befestigen, werden die Elemente geklebt und genietet, denn Aluminium kann nicht gelötet werden. Mit speziellen Verbinde-Systemen für Kastenrinnen geht das ganz einfach und unkompliziert. 

Kasten-Regenrinne montieren: Eine Anleitung

Kasten-Regenrinnen aus Alu sind besonders robust und leicht zu verarbeiten. Wir zeigen Ihnen mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie ganz einfach eine Dachrinne selber anbauen.

Vorbereiten der Unterkonstruktion: Dachsparren ausklinken

Wichtig ist, dass Sie bereits beim Aufbau Ihrer Dach-Unterkonstruktion bedenken, wo Sie die Dachrinne anbringen wollen. Damit die Regenrinne befestigt werden kann, müssen die Dachsparren an den entsprechenden Stellen ausgeklinkt werden – das heißt, Sie müssen eine Aussparung für die Kastenregenrinne in die Sparren sägen.

Hierfür sägen Sie mit einer Handkreissäge eine 0,8 cm hohe und 3,5 cm lange Vertiefung in die Sparren-Oberseite, bevor Sie die Sparren streichen und montieren.

H3: Dachrinne befestigen: Anleitung und Zubehör

Wenn Sie die Unterkonstruktion mit den bereits ausgeklinkten Dachsparren aufgebaut haben, können Sie im nächsten Schritt die Dachrinne befestigen.

Das benötigen Sie für die Montage einer Dachrinne aus Alu:

Kastenrinne in pressblank, weiß oder anthrazit 

Kastenrinnen Endkappen Set in pressblank, weiß oder anthrazit 

Kastenrinnen-Verbinder 

Rinnen-Befestigungsschrauben, 4,8 x 32 mm Typ 1,  Edelstahl Linsenschraube (je 1 Stück pro Sparren)

Fallrohr-Komplett-Set aus PVC, in grau, weiß oder anthrazit (je 6 m Rinnenlänge wird ein Fallrohr benötigt)

68 mm Lochsäge 

• Spezial-Silikon zum Abdichten

So montieren Sie die Dachrinne

1. Bereiten Sie die Regenrinne vor. Hierfür schneiden Sie die Kastenrinne gegebenenfalls mit einer Stichsäge zu. Anschließend schrauben Sie die Endkappen mit den zugehörigen Schrauben an die Kopfseiten und dichten die Nähte mit Silikon ab.

2. Im nächsten Schritt legen Sie die Kastenrinne mit dem Befestigungssteg auf die ausgeklinkten Sparrenköpfe. Bohren Sie in Befestigungssteg und Sparren mittig ein Loch von 5mm. Mit einer Rinnen-Schraube pro Balken befestigen Sie die Dachrinne an der Unterkonstruktion.

3. Falls Sie mehrere Dachrinnen-Elemente anbringen wollen, müssen die einzelnen Teile verbunden werden. Setzen Sie dafür an jederNahtstelle einen innenliegenden Kastenrinnen-Verbinder ein und verkleben Sie die Teile mit einander. Dichten Sie die Nähte anschließend gut mit Silikon ab.

4. Befestigen Sie als nächstes das Fallrohr. Hierfür legen Sie fest, an welchem Ständer Sie das Rohr verbauen wollen und markieren dann mittig vom Pfosten und der Kastenrinne den Bohrpunkt. Mit der 68 mm Lochsäge bohren Sie von Unten das Ablaufloch in die Dachrinne. Pro maximal 30 m² Dachfläche und 6 m Rinnenlänge benötigen Sie ein Fallrohr.

5. Befestigen Sie den Schraubstutzen an der Regenrinne und stecken Sie das Fallrohr lose zusammen. So können Sie die Länge der Rohrelemente abschätzen und die Positionen der Clip-Rohrschellen festlegen.

6. Befestigen Sie die Rohrschellen mit Spengler-Schrauben am Ständer. Schneiden Sie die Rohrelemente gegebenenfalls zu, stecken Sie mit Steckmuffen zusammen und verkleben die Einzelteile gut mit dem PVC-Kleber.

 

Sie sehen: Es ist gar nicht schwer, eine Dachrinne zu befestigen. In dieser Anleitung zum Herunterladen können Sie die einzelnen Schritte im Detail nachvollziehen.

 

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